Marokko – Das erste Mal allein unterwegs

In meinen ersten Urlaub allein bin ich am 14. September letzten Jahres gestartet. Ich hatte keine Lust mehr darauf zu warten, dass jemand mit mir Urlaub macht also entschied ich alleine zu verreisen. Wohin es gehen sollte wusste ich allerdings nicht… Im Reisebüro fiel die Entscheidung dann auf Marokko, da sowieso ein Umsteigen in Paris nötig war blieb ich gleich noch zwei Nächte dort. Nach einem holprigen Start am Flughafen Charles de Gaulle (ich hing 3,5 Stunden am Flughafen fest, weil ich das gebuchte Shuttle nicht finden konnte und ungefähr ZERO französisch spreche) ging es in mein Hotel am Platz der Republik. Das Wetter war super also lief ich durch die Stadt zum Eiffelturm – Richtig schön und richtig viele Menschen! Früh am nächsten Morgen ging es dann ins Disney Land… Konsum hin oder her; das musste einfach sein.

Von Paris flog ich nach Marrakesch und von dort aus ging es mit einem Shuttle 2 Stunden durch die Pampa nach Essaouria. Schon auf dem Weg war klar: Das ist zwar nicht Kambodscha oder Senegal aber Europa ist es auch nicht mehr. Kilometerweit nichts als Sand, Sonne, Büsche und Bäume (meistens Argan). Ab und zu ein Roller mit 3 bis 4 Personen oder eine Straßensperre an der Kontrollen durchgeführt wurden (allerdings nicht bei Touri-Shuttels, die sind davon ausgenommen). Manchmal ein paar Ziegen, Pferde oder Schafe. Nach einem kurzen Stopp an einer ArganÖl-Farm – leider sprach der Fahrer nur französisch und konnte nicht verstehen, dass ich einfach nur ins Hotel zum Duschen wollte – kam ich dann aber doch noch in der Küstenstadt an.

Durch enge Gassen, vorbei an bunten Türen und Ständen, Hunden und Katzen die im Schatten ein Schläfchen machten ging es zu meinem Riad – das sind Hotels die in traditionelle marokkanische Häuser gebaut werden, häufig mit Innenhof.

Nachdem ich meinen Rucksack im Zimmer abgelegt hatte, wollte ich nur noch eins: An den Strand! Auf dem Weg zu meiner Unterkunft hatte ich darauf geachtet, wie die Frauen gekleidet waren und wie ich schon gelesen hatte: freie Schultern und Hosen die nicht über das Knie reichten, schienen schwierig zu sein. Also zog ich eine weite 7/8-Hose (heißen die überhaupt noch so?!) und mein Lieblings-Hemd (habe ich von meinem Papa geerbt) an und machte mich auf den Weg.

In den nächsten zwei Wochen verging kein Tag ohne einen Strandbesuch (und Oliven, es gab STÄNDIG Oliven!). Am ersten Abend lernte ich Adeline aus Frankreich beim Abendessen in einem kleinen Lokal kennen, am zweiten Tag startete ich einen Surfkurs und am Nachmittag verlief ich mich in der Medina und lernte Rachid kennen. Er war gerade dabei für die Eröffnung seines Restaurants einzukaufen und ihm fiel auf dass ich, dafür dass ich eindeutig eine Touristin war, in eine ganz falsche Richtung lief. Von da an war ich jedenfalls keinen Tag mehr allein, irgendjemand hatte immer Lust essen zu gehen oder bummeln oder an den Strand. Sogar zum feiern gehen lernte ich noch jemanden kennen – Lisa aus England, war aus ihrem Leben ausgestiegen um in Essaouira etwas mit Kunst zu machen.

Am Tag der Abreise nach Marrakesch (wo ich noch zwei Nächte blieb) war ich wirklich traurig. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den winzigen Gassen ohne Straßennamen, hatte ich ich mich doch sehr gut eingelebt. Ich kannte die Straßen und hatte meine liebsten Ecken und Restaurants. Verlaufen gab es nicht mehr und einige Händler und Surfer grüßten mich immer schon von Weitem. Ihr denkt jetzt sicher ‚das machen sie doch mit allen Touris‘ ABER ich glaube nicht und wenn doch; auch egal. Aber nach den ersten drei Tagen hat keiner von denen mehr versucht mir etwas zu verkaufen. Im Gegenteil; sie wollten wissen wie es mit geht, was ich schon so gemacht habe und was ich noch vorhabe.

Essaouria ist eine großartige (und im Vergleich) sehr kleine, ruhige Stadt. Perfekt zum entspannen und vorsichtig die Kultur kennen lernen. Und zum surfen! Obwohl ich es bis zum Ende nicht Ansatzweise konnte (was definitiv an meiner eher unsportlichen Art liegt), hat es mir großen Spaß gemacht und ich würde jedem Empfehlen das mal auszuprobieren.

Marrakesch war ein Schock für mich. Ich wusste, dass mit MEHR zu rechnen war aber das war von allem zu viel. Ich wollte nur wieder zurück ans Meer…

Zu viele Menschen, zu viele Eindrücke, zu Anders als zuhause. Am ersten Tag lief ich zum Platz der Geköpften, wo ich von Affen in Windeln und an Ketten, Schlangen die wie benommen wirkten, Pferden die so abgemagert waren, dass ich Angst hatte sie würden jeden Moment zusammen brechen und Meerschweinchen in Käfigen nicht größer als mein Laptop schon so verunsichert war, dass ich am liebsten wieder umgedreht wäre – bin ich aber nicht. Als ich es über den Platz geschafft hatte, kam ich zu dem Markt von dem ich so viel gelesen hatte. Durch enge Gassen drängten sich die Menschenmassen und man konnte dort so gut wie alles kaufen. Von Kleidung über Leder- und Holzarbeiten, Tee, Gewürze, lebende Tiere, herzhafte und süße Speisen, Elektronik, Kosmetik und Schmuck war alles zubekommen.

Djemma el Fna – Der Platz der Geköpften

Ich war sehr froh am Abend wieder in meinem Hotel zu sein. Für meinen letzten Tag buchte ich mir ein Busticket, dass mich ganz bequem an allen Sehenswürdigkeiten vorbei brachte und mir sogar noch alle wichtigen Infos lieferte – da hab ich es mir ziemlich einfach gemacht aber manchmal muss das sein.

Im Großen und Ganzen hätte ich gern mehr von Marokko gesehen, wäre aber auch gern noch länger in Essaouria geblieben. Vielleicht beim nächsten Mal 🙂

… der Hafen
Der Strand in Essaouira
Typisch Marrokanisch
Minztee
Mein Tipp: Bestell ihn ohne Zucker 😉

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