In Hamburg sagt man Tschüss.

Airbus A380 in Hamburg
Letzte Momente in Deutschland – Nervös
Gute Frage.

Vor einer Woche bin ich in Kapstadt angekommen… naja, in Kapstadt ist übertrieben aber dazu später mehr.
Am Samstag den 19.01. ging es mit Mama nach Hamburg, denn wie sollte es anders sein, von dort aus wollte ich starten. Da die Deutsche Bahn uns nicht im Stich gelassen hat, war in Hamburg noch genug Zeit für einen Abstecher zu Landgang – da fällt mir das los lassen doch schwerer als gedacht… außerdem war ein Bier zur Beruhigung nicht gerade eine schlechte Idee. Angekommen am Flughafen ging dann alles ganz schnell; Rucksack abgeben, letztes Essen mit Mama, Abschied (zum Glück erstmal der Letzte), Boarding. Mein erster Flug ging nach Dubai, 6 Stunden im Airbus A380 – ein Traum. Super viel Platz, purer Luxus und für mich ganz neu, bisher war ich nur Kurzstrecke geflogen… Umsteigen in Dubai überhaupt kein Problem; einfach den Massen und dann den Schildern folgen. Boarding – Boeing 777. Fabi – enttäuscht. Nach dem Luxus im letzten Flugzeug hatte ich mich wohl für die nächsten 9 Stunden auf den selben Komfort eingestellt… Die Boeing wirkt im Vergleich zum A380 leider wie ein Röhrenfernseher zu einem Flachbildfernseher. Meckern auf hohem Niveau, nach 10 Minuten war es dann auch okay. Da ich auf dem ersten Flug von allem so begeistert war, hatte ich bisher nicht geschlafen also wollte ich sowieso nur das. Mit ein paar Unterbrechungen (Essen, mein Sitznachbar, Essen, mein Sitznachbar, Luftloch…) hat das auch gut geklappt. Der besagte Sitznachbar fühlte sich für den Bildschirm vor meinem Platz verantwortlich, für das Licht über meinem Sitz und für meine Kopfhörer, da er kein englisch sprach konnte ich ihn auch nicht fragen was das soll. Egal, nach 9 Stunden dann Landung in Südafrika.
Bürger der EU brauchen für einen Aufenthalt bis zu 90 Tage kein Visum für Südafrika, da ich am 15.04. von Tansania weiter fliege habe ich mir darum also keine Sorgen gemacht. Als ich dem Mitarbeiter bei der Einreise aber nicht sagen konnte, wie lange genau ich in Südafrika bleiben wollte kassierte ich einen skeptischen Blick… und einen Stempel mit dem spätesten Ausreisedatum – Easy. Und sieben mal einfacher als in Marokko! Nun noch einen Geldautomaten (ATM, das hab ich zum Glück schon gelernt) und ein Taxi suchen und mein Zuhause für die nächsten 14 Tage beziehen.
Das war alles weniger kompliziert als gedacht.
Mein neues Zuhause liegt ungefähr 30 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Zum Glück fahren hier überall Mini-Bus-Taxis. Für mich nach 7 Tagen definitiv noch eine Herausforderung. Das System funktioniert wie folgt: Die Taxis haben vorn ein (winziges!) Schild im Fenster liegen, darauf ist das Ziel der Fahrt vermerkt. Meistens ruft der Beifahrer (da gibt es einen speziellen Namen: Gaartije – viele tragen einen Tattoo-Ärmel, wisst ihr so einen Überzieher für den Arm, der aussieht wie ein Tattoo… die meisten sind begeistert von meinem Arm. Mir wurde sogar schon ein Job angeboten :D) das Ziel auch noch aus. Im Vorbeifahren ist das allerdings nicht so einfach zu sehen/ verstehen und wenn du nicht mal weißt ob dein Ziel auf der Strecke zum Ziel des Taxis liegt bist du aufgeschmissen. Inzwischen komme ich gut in die Stadt – Ziel ist immer ‚Kiiieeep Tooown‘ und nach Hause – Richtung Rondebosch oder Athlone. Eine Fahrt (da ist es scheinbar relativ egal wie weit) kostet zwischen 60Cent und 1,50€. Alles andere wird erfragt und wenn garnichts mehr geht hilft Uber. In Deutschland haben wir kein Uber – bestimmt weil es gesetzlich nicht funktioniert – über eine App ruft man ein Taxi, das sind aber keine offiziellen Taxen sondern Privatleute. Günstiger als ein Taxi und ich muss mit niemandem telefonieren – gefällt mir gut :D. Bahn fahren ist auch sehr günstig (Ich war ca. eine Stunde unterwegs und habe weniger als einen Euro bezahlt) und scheinbar nicht so kompliziert, fast jeder Zug endet im Stadtzentrum und von da kommt man schon irgendwie weiter.
Im Zug nach Simon’s Town habe ich Mrs. Clemens getroffen. Sie hat mich angesprochen, ich sehe wohl doch ziemlich Tourimäßig aus… Jedenfalls ist Mrs. Clemens 82 Jahre alt und ist mit 31 nach Kapstadt gezogen, um in einer Ballettschule zu arbeiten. Ihre Töchter leben in Deutschland aber ihr gefällt es hier. Sie hat mich gewarnt, wie gefährlich hier alles sei und dass ich im Dunkeln nicht alleine unterwegs sein soll… Sie hat mich gelobt, dass ich keinen Schmuck trage und nicht aussehe als wenn ich viel Geld habe (Ähm, Danke?! :D). Dann musste sie aussteigen und hat sich mit: ‚Gott segne Sie‘ verabschiedet. Schade, ich hätte ihr gern noch einige Fragen gestellt aber was solls. Ob ich wirklich so vorsichtig sein muss, weiß ich noch nicht. Bisher war ich immer vorm Dunkel werden zuhause… aber das kann nicht ewig so weiter gehen – letzte Woche habe ich die komplette 5 Staffel Grace und Frankie geschaut, die nebenbei gesagt wirklich gut ist aber das ist sicher nicht der Plan für die nächsten 10 Monate.
Ich könnte jetzt noch von Simon’s Town, Boulders Beach, der Waterfront und Clifton Beach erzählen aber das sind Touri-Spots über die es bereits einen Haufen Beiträge gibt…
Was ich trotzdem kurz ansprechen möchte:
Simon’s Town und Boulders Beach: Die Stadt ist super süß und man kommt klasse mit der Bahn hin, allein die Zugfahrt ist ein absolutes Highlight! Den Eintritt für die Pinguin Aussichtplattform (ca. 15€) würde ich mir sparen, Pinguine siehst du auch auf dem Weg zum Boulders Beach. Man läuft einen Holzsteg durch das Brutgebiet der Pinguine und an dem Strand, der eben noch einmal den gleichen Eintritt kostet kann man die Tiere aus nächste Nähe betrachten. Der Strand ist ein absoluter Traum – auf jeden Fall Bikini einpacken! Klaaaar, die Einnahmen der beiden Stationen kommen dem Schutz der Tiere zu Gute aber vielleicht reicht es auch das Ganze einmal zu unterstützen – das muss jeder selber wissen.
An die Waterfront habe ich bisher nur einen kurzen Abstecher gemacht, mein Highlight waren die Seebären. Die relaxen da einfach mitten im Hafen und lassen sich von den Touris fotografieren. Man kann sicher auch gut shoppen und es werden haufenweise Bootstouren angeboten.
Clifton Beach: Es gibt ZERO Schatten und das Wasser ist so kalt gewesen, dass ich nach 3 Sekunden meine Füße nicht mehr spüren konnte. War vielleicht einfach ein schlechter Tag aber diesen Strand werde ich wohl nicht mehr besuchen.
Ansonsten kann man sagen, dass es immer warm, windig und fast immer sonnig ist. Nächste Woche habe ich mir eine Wanderung vorgenommen und am Sonntag steht der Umzug nach Muizenberg an.
Und um die Frage nach neuen Bekanntschaften zu beantworten: Bisher habe ich zwar immer Mal unterwegs mit Leuten gequatscht aber dadurch, dass ich Abends nicht raus gehe gestaltet sich das als eher schwierig. Keine Sorge, ich fühle mich (bisher) nicht einsam. Und das mit dem Leute kennen lernen kommt schon noch 🙂
Ein bisschen besorgt bin ich allerdings. Bisher lief alles extrem glatt.. Habe schon ein bisschen Angst vor der ersten großen Herausforderung…

Auf dem Weg zum Boulders Beach
Seebär an der Waterfront
Erste Klasse – 90 Cent
Angekommen

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