In Kapstadt fragt man Wie geht’s – interessieren tut es aber keinen.

Hello again! Diese Woche bin ich nach Muizenberg umgezogen, in eine ‚Gated Community‘ – direkt an den Strand. Das ist zwar erstmal komisch, aber die Lage macht es auf jeden Fall besser. Das ganze ‚Dorf‘ ist von einer hohen Mauer umzäunt und am Tor kommt man nur mit Chip und Code rein… fühlt sich ein bisschen eingesperrt an, obwohl es natürlich nicht so ist.

Jedenfalls bin ich in eine WG mit zwei Franzosen gezogen. Die beiden sind super nett, müssen aber viel arbeiten also habe ich auch hier viel Ruhe.
Letzte Woche hat es tatsächlich einmal geregnet – einen Tag, nur einen!

Was ist noch so passiert:

Ich war im Two Ocean’s Aquarium – suuuuper spannend, allerdings weniger wegen der Tiere (Lebewesen denen ein ganzer Ozean zur Verfügung stehen sollte, in kleinen gläsernen Kisten? – Fragwürdig, wie jeder Zoo) ABER sie informieren auch ganz viel über den Schutz der Tiere und die Verschmutzung und Gefährdung durch den Menschen. Außerdem habe ich gelernt, dass es hier in Südafrika ein einzigartiges Programm zur Hai-Sichtung gibt… da ist mir überhaupt erst klar geworden, dass es hier Haie gibt; Upps. Najaaaa es sterben mehr Menschen durch Toaster und Kites als durch Haiangriffe und bisher hat mich kein Toaster erwischt.

Zum Kap der guten Hoffnung habe ich es auch geschafft. Ein Tagesausflug inklusive kleiner Wanderung ( KLEINE Wanderung, hätte mich fast gekillt – ich muss mich mehr bewegen!). Es gab Paviane, Strauße und einige Kriechtiere zu sehen. Dazu eine spektakuläre Aussicht und den indischen sowie den Atlantischen Ozean.
Die Mini-Bus-Taxen hatte ich ja bereits im letzten Post erwähnt – letzte Woche hatte ich die bisher außergewöhnlichste Fahrt mit so einem Gerät: Da der Ausflug zum Kap früh los ging, musste ich zur RushHour in die City… Vorher hatte ich darüber natürlich nicht nachgedacht – Applaus – . Die ersten drei Taxen fuhren also an mir vorbei – zu voll. Noch war ich aber nicht nervös, sehr deutsch hatte ich einen großzügigen Puffer eingeplant. Dann das Wunder; ein Waagen begann schon weit weg zu hupen und das obligatorische ‚Kiiiiieeeep Town‘ klingelte in meinen Ohren. Als die Schiebetür sich öffnete war ich allerdings mehr als überrascht, dass mir noch niemand entgegen fiel. Was solls, alle waren gut drauf, die Musik (an diesem Tag ganz eindeutig Rap) dröhnte und für mich wurde noch einmal zusammen gerutscht. Als ich saß hatte ich Zeit mich umzuschauen: In dem Waagen für 14 Personen befanden sich nun 26 erwachsene Menschen. Während der gesamten Fahrt bekam ich das Bild eines klassischen Clownautos nicht aus meinem Kopf und ich bin mir sicher, dass es für Außenstehende genauso ausgesehen haben muss als wir im Stadtzentrum einer nach dem anderen (oder vielleicht auch alle auf einmal) heraus plumpsten.

Am Wochenende war ich auch das erste Mal Bier trinken. Es gibt eine ganze Hand voll Brauereien und auch Bars, die die Biere führen allerdings sagt mir immer noch jeder den ich treffe: Geh hier alleine nicht raus, wenn es dunkel ist… Und ich muss zugeben, dass ich noch immer Schwierigkeiten habe vor 19Uhr und allein in Bierlaune zukommen – komisch, oder? 😀

Jeder den ich treffe und dem ich von meinem Plan erzähle, sagt zu mir: Ahh, also bist du eine Reisende. Standard Antwort: Nein, noch nicht. Aber ich hoffe, das ich mal eine werde. Auf jeden Fall fühle ich mich schon wesentlich wohler, alles wird leichter und ich freue mich immer mehr darauf neue Dinge zu sehen und zu erleben. Die Gedanken und Sorgen an Deutschland werden weniger und ich bin mir sicher, dass ich das mit dem los lassen in den nächsten 9 oder 10 Monaten lernen kann.

Wunderbärchen – also mal schauen, wie es weiter geht.

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