Bon jour aus Muizenberg

Da ich in den letzten Tagen mit 1-3 Franzosen zusammen gelebt habe, kamen mir die wenigen Worte Französisch die ich spreche sehr zu Gute – nach dem Motto ‚Ist ja nett gemeint‘ gab es also so einige Merci’s, Bon jour’s, Ca va‘s und Bonne nuit‘s zu hören.

Gerade sitze ich ohne Strom* in meinem Zimmer und warte dass unsere House Keeperin endlich geht, damit ich frühstücken kann… ich sitze hier bereits seit zwei Stunden (die Frau hat um 7Uhr angefangen, es ist mittlerweile 12Uhr – so riesig ist das Haus nicht). Warum ich sie nicht treffen will? Gute Frage eigentlich, aber es ist doch immer etwas merkwürdig direkt nach dem Aufstehen neue Leute kennen zu lernen. Noch vor dem ersten Kaffee – den es Heute nicht geben wird, da wir keinen Strom haben. Gestern Abend war das auch schon der Fall, als wir unseren Vermieter anriefen sagte er uns dass am Abend von 18Uhr bis 20Uhr das ganze Viertel keinen Strom hat… das hätte er uns ja auch mal eher sagen können. Von heute Vormittag war allerdings nicht die Rede, also bin ich nun gespannt wann sich hier was tut…

*Nachtrag zum Strom: Da sich Südafrika in einer Wasser- und Energieknappheit befindet, stellt der Staat bis zu drei Mal täglich den Strom für 2,5 Stunden ab – wieder was gelernt.

Was sonst noch so passiert ist:

Am Montag habe ich Robben Island besucht, die Insel vor der Küste auf der unter anderem Nelson Mandela als politischer Gefangener eingesessen hat. Die Tour war wirklich spannend, man erfährt nicht nur etwas über die Zeit der Apartheid sondern auch über die Geschichte der Insel.

Den Dienstag habe ich am Strand verbracht und meine Kamera ausprobiert (das erste Video gibt es auf Instagram zu sehen).

Mittwoch wollte ich endlich surfen gehen, das Wetter war leider nicht optimal… also habe ich meinen Plan kurzfristig geändert und habe den Tafelberg besucht. Da mir mehrere Leute dringend davon abgeraten haben allein zu wandern, bin ich mit der Seilbahn gefahren. Das war auch okay, denn oben angekommen gab es noch genug Aussichtspunkte zu ‚erwandern‘.

Der Donnerstag war einzigartig! Am Morgen hatte ich einen Ausflug zum Schnorcheln gebucht, mein Glück war dass der Tourguide/ Tauchlehrer perfektes Deutsch gesprochen hat, das wäre sonst an manchen Stellen ganz schön kompliziert geworden… Jeder bekam also einen Anzug, Socken, Handschuhe, Flossen und Schnorchel und dann ging es mit dem ??? zum Strand. Erst habe ich mich über die unglaublich dicken Anzüge geärgert aber nach den ersten 5 Minuten im Wasser war ich sehr froh. Die Handschuhe wollte ich nicht anziehen, das kam mir übertrieben vor und sobald man in Bewegung war, war es auch ohne okay. Wir mussten erstmal durch Meterweise Seegras hindurch bevor wir im offenen Wasser weiter konnten, dann konnte man sie auch schon riechen… Seehunde. Es roch ein bisschen nach Stall bei Regen. Ein bisschen nach nassem Tier, ein bisschen nach Kacke, ein bisschen nach Landleben. Aber naja, Tauchmaske wieder auf und weiter gepaddelt. An dem Felsen angekommen herrschte ein buntes Treiben, kleine und größere Seehunde tummelten sich auf den Felsen und im Wasser, kamen bis auf wenige Zentimeter an uns heran und tauchten um uns herum. Ich hätte nie gedacht, dass sie wirklich SO nah ran kommen. Der Tauchlehrer konnte unter Wasser richtig mit ihnen spielen. Bei uns hat das nicht funktioniert, durch den extremen Auftrieb der Tauchanzüge war es ohne Gewichte und die richtige Technik quasi unmöglich auch nur einen Meter hinab zu kommen… Schön war es trotzdem!

Danach war ich eingeladen eine kleine Wanderung mit anschließendem Schwimmen mit Sophie (eine der Franzosen, die mit im Haus wohnen), ihren Arbeitskollegen und Freunden zu unternehmen. Wir fuhren ins Silver Mine Natur Reservat und wanderten los. Die ‚kleine‘ Wanderung entpuppte sich bei 28 Grad und keiner Wolke am Himmel als etwas größere Herausforderung, oben angekommen hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt! Der angelegte Staudamm lag direkt hinter einem Bergkamm, sodass fast kein Wind wehte und das Wasser war so klar dass ich es sogar getrunken hätte (habe ich dann lieber doch nicht).

Freitag war Sophie’s zweiter, freier Tag der Woche und wir entschieden den botanischen Garten Kirstenbosch zu besuchen und dann mit einem der Touri Busse weiter zufahren um eine Seehund Tour zu machen. Der Garten ist wirklich ein Traum und mitten drin ist eine große Bühne platziert auf der regelmäßig Konzerte statt finden, das ist mal eine Hammer Lokation für ein Konzert!

Am Hafen lagen riiiiesige Seehunde (doppelt oder dreifach so groß, wie die mit denen ich geschwommen war) die von den Einheimischen trainiert wurden, ähnlich wie bei uns in einem Zoo. Die Bootstour war nett und die Seehunde natürlich hübsch anzuschauen… aber längst nicht so cool wie mit ihnen zu schwimmen. Danach sind wir mit dem Bus weiter am Atlantik entlang gefahren bis ins Stadtzentrum und dann wieder nach Hause.

Am Donnerstag startet die Safari – dafür bereite ich noch verschiedene Kleinigkeiten vor. Ich bin wirklich gerne hier und Muizenberg ist definitiv einen Besuch wert aber ich freue mich auch dass es weiter geht. Ich freue mich auf die Safari, auf eine neue Stadt und auf neue Pläne!

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