Overlanding – Unbeschreiblich!

Nach dieser Überfall-Geschichte hatte ich einen eher holprigen Start in meine 10 tägige Safari. Am Abend des 13. Februar war ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich die Safari antreten soll… Aber was hätte es geändert in Kapstadt (Muizenberg) zu bleiben? Richtig, garnichts. Die Sachen waren weg, die Anzeige war aufgegeben und damit war diese Geschichte beendet.

Also bat ich Sophie mir am Morgen des 14. Februars ein Uber zu rufen und startete. Ich war viel zu spät dran (das mit dem Uber lief nicht so reibungslos und der Verkehr am Morgen war mal wieder schlimmer als erwartet). Vom Handy des Fahrers durfte ich die Agentur anrufen und tatsächlich warteten sie 30 Minuten auf mich. Am Truck angekommen lernte ich als erstes die beiden Guides kennen, Leo und Shorty (das ist nur ein Spitzname, der es uns Europäern einfacher macht da so gut wie niemand seinen Zulu-Namen aussprechen kann) hatten bereits mehrere Touren zusammen gemacht und später sollten wir alle noch merken, dass sie ein eingespieltes Team waren. Natürlich entschuldigte ich mich als erstes für die Verspätung und natürlich platze auch die Erklärung in Form der Überfall-Geschichte in einer kurzen Version heraus. Beide waren suuuuper entspannt, sie sagten es tue Ihnen leid dass mir so etwas passiert sei, dass sie mir so gut es ginge helfen würden und von Leo gab es sogar eine Umarmung. Mit Shorty klärte ich den Papierkram für die Tour und schon durfte ich zusteigen… naja, noch nicht ganz. Auf dem Weg in den Truck kam mir ein Mann mit Cowboy Hut und camoflash Hose entgegen, in perfektem Englisch das ich sofort einem Amerikaner zugeordnet hätte stelle er sich vor und fragte mich wie es mir geht. Ein kurzes ‚Gut‘ musste für den Moment reichen. Im Truck waren bereits alle auf ihren Plätzen und in Gespräche vertieft. Am Anfang saß ich allein auf meinem Platz und beobachtete die Umgebung. Das änderte sich wirklich schnell! Da dies meine erste Gruppenreise war, kann ich nicht sagen ob das immer so ist aber diese Gruppe von Menschen war wunderbar! Eine bunte Mischung verschiedener Altersgruppen und Nationalitäten. Ein Pärchen aus Norwegen, die beiden genießen ihre Rente und Reisen um die Welt. Ein Spanischer Pilot, der in Dubai lebt und Rotwein liebt. Eine Schweizerin in meinem Alter, die für zwei Monate in Südafrika ein Volontariat absolviert hatte und nun das Ende ihrer Zeit hier mit Reisen verbringen wollte. Drei Freunde aus Deutschland, ebenfalls in meinem Alter die etwas erleben wollten und Kathi das Mädchen der Gruppe hat einen Plan für 4 Monate zu reisen (Kathi sollte für die nächsten 10 Tage meine Zeltpartnerin werden, ich hätte mir keine bessere wünschen können!). Zwei weitere Freunde aus Deutschland, ungefähr so alt wie meine Eltern die sich fasziniert von Afrika für diese Reise entschieden hatten. Und zwei Männer aus Holland, die unabhängig von einander angereist waren. Einer von ihnen war der Mann, den ich für einen Amerikaner gehalten hatte. Er hatte mit Anfang 30 entschieden, dass ihm das Leben so nicht ausreicht. Job gekündigt, Haus verkauft, diese Safari sollte der Beginn eines Jahres werden. Wie es beim Overlanding üblich ist, verlassen immer wieder Leute die Gruppe und neue kommen dazu. So verließ uns der Spanier nach einer Woche und unsere Safari-Familie wuchs um zwei asiatische Mitglieder. Und auch als ich mit drei weiteren nach 10 Tagen in Durban ausstieg, stiegen vier neue ein.

Über die letzten 10 Tage könnte ich Seiten und Seiten schreiben. Es ist so viel passiert, wir haben so viel erlebt und wir sind so sehr zusammen gewachsen. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass mir der Abschied nach 10 Tagen so schwer fallen würde. Als ich am Abend in meiner Unterkunft ankam, wollte ich nur ins Bett. Ich vermisste die Gruppe, ich vermisste die Gesellschaft und ich fühlte mich einsam und unsicher. In der ganzen Zeit der Safari hatte ich nicht einen einzigen Gedanken an den Überfall verschwendet. Jetzt allein in der neuen Umgebung war ich nicht einmal in der Lage allein die 10 Minuten zum Supermarkt zu laufen… also ging ich ohne Abendessen ins Bett, in der Hoffnung der nächste Tag würde sicher besser werden. Das wurde er. Ich konnte mit Linda, der Vermieterin, klären dass ich bei ihr bleiben kann bis meine Kreditkarte hier ankommt. Als ich ihr erklärte, dass ich das Geld nicht mit Kreditkarte bezahlen aber online überweisen konnte, sagte sie mir ich bräuchte mir keine Umstände machen. Wir würden warten bis die Karte hier sei und ich solle dann alles bezahlen, dann lud sie mich ein am Samstag mit zu einem Ausflug mit einigen der anderen Bewohner zukommen. Der nächste Punkt auf meiner Liste waren Lebensmittel, einer der Mitbewohner den ich in der Küche traf bot mir an mit mir gemeinsam zum Laden zu laufen, ich war überglücklich nicht allein gehen zu müssen. Die Leute hier sind so nett und hilfsbereit! Sicher werde ich meine positive Einstellung zu Menschen schnell wieder finden und mich dann auch allein unterwegs wieder wohl fühlen.
Der heutige (28.02.) Stand ist also: Bis zum 11.03. bleibe ich mindestens in Durban bei Linda und den 12 weiteren Menschen, die hier wohnen. Dann kommt hoffentlich die Karte an und ich kann mich auf den Weg nach Tansania machen. Bisher bin ich mir nicht sicher, was ich von Durban halte. Es wird dringend Zeit raus zu gehen und die Gegend zu erkunden.

Sicherlich werde ich euch noch von der Safari mit NOMAD berichten. Vom Quad fahren, von der Höhlen Tour, vom Wandern und Zelten, von den einzigartigen Menschen die ich kennen lernen durfte, den Momenten die schöner waren als in meinen schönsten Träumen und von den wilden Tieren die es zu sehen gab. Aber das muss für Heute noch warten.
Ich sende euch Sonne und die liebsten Grüße, bedanke mich bei allen die mir die Daumen drücken und mit allem helfen und entschuldige mich bei allen die sich in den letzten Tagen Sorgen um mich gemacht haben – mir geht es gut! Auch dank euch.

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