Tansania – 3 Welten in 2 Wochen

Angekommen in Dar (Es Salam) ging es also erst einmal um den Visa-Antrag. Obwohl, noch VOR der Visa-Geschichte wurde jeder bei der Einreise nach seinem Impfpass gefragt; keine Gelbfieberimpfung – keine Einreise. Da ich den Impfpass erst aus meinem Rucksack holen musste (ich hatte erst später mit dieser Frage gerechnet) reichte bei mir aber die Antwort: Ja, ich habe die Impfung. Und schon wurde ich durchgewunken… was mich eher beunruhigt hat. Wenn sie das mit allen so machen, können sie es auch gleich lassen. Aber naja, da bin ich kein Experte. Weiterging es mit dem ausfüllen des Einreiseantrags, das bin ich inzwischen gewöhnt, die Zettel sehen immer sehr ähnlich aus. Ab in die nächste Schlange, dort den Zettel abgeben. Dann in die nächste Schlange. Dort wurde ich (im Gegensatz zu allen anderen) von zwei Männern nach meinem Ausweis, meinen Vorhaben und den Dingen in meinem Gepäck gefragt. Die beiden waren nicht älter als ich und nicht in Uniform gekleidet, was mich durchaus stutzig machte. Also habe ich nachgefragt, ob sie für den Flughafen arbeiten, scheinbar waren das Flughafenpolizisten… sahen aber nicht so aus und die Fragen haben für mich wenig Sinn gemacht. Naja, als das durch war durfte ich dann aber weiter: Reisepass abgeben, Foto machen, ALLE Finger einscannen. Ab in die nächste Schlange, 50 US Dollar zahlen und dann warten. Als ich meinen Pass nach 20 Minuten wieder bekam war ein schlecht gedruckter Visa-Sticker eingeklebt und ich konnte meinen Rucksack einsammeln und den Flughafen verlassen. Es war ungefähr 4Uhr am Morgen und noch stock dunkel. Die ersten zwei Schritte trafen mich wie ein Schlag, es war wesentlich heißer und tropischer als Kapstadt, ca. 31 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 65%. Damit hatte ich, vielleicht etwas naiv, nicht gerechnet. Zum Glück stand mein Fahrer bereits am Ausgang und hielt ein Schild mit meinem Namen (falsch geschrieben aber das war mir egal) hoch.
Da der Fahrer kaum englisch sprach und mein Swahili auch eher spärlich bis nicht vorhanden ist, wurde es eine ruhige Fahrt bis zu meiner Unterkunft. Der Fahrer hatte leider überhaupt keine Ahnung, wo in dem 9 stöckigen Haus sich ein Hostel befinden sollte also suchten wir erst einmal eine halbe Ewigkeit herum. Als wir es fanden stellte sich heraus, dass das ‚Hostel‘ eher zwei Wohnungen in verschiedenen Stockwerken waren… Naja, ein verschlafener Typ öffnete uns die Tür, der Fahrer verabschiedete sich und ohne viele Worte wurde ich in das Zimmer mit 8 Betten geführt. Mit einer Handbewegung wurde mir zu verstehen gegeben, welches mein Bett sein sollte und das wars erstmal. Für mich war das okay, ich war müde und immer noch überfordert von dem Wetter – also ab ins Bett. In den nächsten Tagen habe ich mich dann aber doch gut mit den Managern des Hostels und den paar anderen Personen verstanden die dort waren. Ich habe Märkte, eine Insel und den botanischen Garten besucht und war abends einmal mit ihnen feiern, habe Ugali (ist wie Kartoffelbrei aber aus Mais) probiert und bin viel mit TukTuk’s durch die Gegend gefahren, die funktionieren übrigens auch mit Uber. Der größte und bunteste Markt in Dar ist wohl Kariakoo. Von Obst über Kleidung, Elektronik und alles andere was man sich vorstellen kann bekommt man dort alles – vorausgesetzt man weiß wo. Dort war es allerdings wirklich voll, laut und bunt und es scheinen sich die wenigsten Touris dort hin zu verirren, in über 3 Stunden habe ich keine anderen Weißen gesehen. Nach einer Weile fiel mir auf, dass mir ein Mann durch das Gedrängel folgte und meine Tasche im visier hatte. Als ich ihn auch an einigen Ständen nicht los werden konnte, wurde ich sauer. Kann man denn nirgendwo hingehen ohne sich unsicher zu fühlen und sich ständig Sorgen um seine Sachen zu machen?! Ich blieb also am nächstbesten Stand stehen, drehte mich um und winkte dem Mann zu. Ich rief ihm mit einem Lächeln ein lautes ‚Mambo‘ zu, was soviel heißt wie ‚Hallo, alles klar?‘. Statt dem üblichen ‚Poa‘ bekam ich allerdings nur einen verwirrten Blick zurück. Dann drehte er sich um und verschwand im Gedrängel – habe ihn nicht wieder gesehen.

Als am 08. April die Safari nach Selous los ging, war ich aber trotzdem froh die Stadt verlassen zu dürfen. Im Gegensatz zu meiner Safari in Südafrika, sollte ich diesen Trip allein antreten, ohne eine Gruppe. Um 7:30Uhr stand also ein großer, grüner Truck vor der Tür und nach einem kurzen Stopp im Büro der Agentur, bei dem ich den Betrag für die Safari in Bar zahlte (ohne Bargeld läuft in Tansania garnichts), ging die sechsstündige Fahrt nachSelous los. Umso weiter wir uns von der Stadt entfernten, umso seltener kamen wir durch kleine Dörfer und an den Straßenrändern waren immer mehr Bananenpflanzen, Palmen und Mangobäume zu sehen.

Nach ungefähr 4 Stunden machten wir Mittagspause, in dem outdoor Schnellimbiss konnte ich zwischen zwei Gerichten wählen und es gab ein Loch im Boden als Toilette – ich war einfach froh mal aussteigen zu können. In Selous angekommen, begrüßte uns der Manager der Lodge und mein Rucksack wurde einem (echten!) Masai in die Hand gedrückt, der sich später als unser Sicherheitsmann heraus stellte.

Nach einer kurzen Pause ging es bei strahlendem Sonnenschein zur Boots-Safari, bei der ich neben einem Haufen verschiedener Vögel auch Flusspferd Familien und ein kleines Krokodil sehen konnte. Zum Abendessen gab es Spagetti Bolognese (was mich etwas enttäuschte) und dann ging es in Bett. Die Unterkunft war im Grunde ein Zelt, allerdings war rundherum noch ein Haus ohne Wände gebaut. Schwierig zu erklären, es gab jedenfalls keine Klimaanlage und Strom nur von 18Uhr bis 22Uhr. War aber alles kein Problem, ich habe von Taschenlampe bis zum externen Ladegerät ja alles dabei. Nachdem ich mich gegen die Mücken gewappnet hatte (Socken, lange Hose, lange Ärmel, Moskitonetz überprüft und zugezogen) schlief ich bis zum nächsten Morgen durch. An diesem Tag stand eine Safari im Auto auf dem Programm, wir fuhren also ins Selous Game Reserve. Tagsüber wurden wir trotz Regenzeit nur von zwei kurzen Schauern erwischt und es gab eine Menge Tiere zu sehen. Giraffen, Flusspferde, Krokodile, Zebras, verschiedene Antilopen, Büffel, Schildkröten und Elefanten sind nur einige.

Am nächsten Morgen hatte ich um 6:30Uhr eine Safari zu Fuß, bevor es zurück nach Dar ging, wo ich um 16Uhr auf die bereits gebuchte Fähre nach Sansibar stieg. Da bin ich leider mal wieder in eine Touristenfalle getappt. Nachdem ich am Schalter mein Ticket abgeholt hatte, wurde ich zu einem Tor geschickt an dem viele Männer in Warnwesten standen und anboten das Gepäck der Leute zu tragen. Ich wollte meinen Rucksack nicht abgeben, ich konnte sehen dass man das Ganze auch allein regeln konnte und ich hatte keine Lust dann wieder darüber zu verhandeln, was ich für die Hilfe bezahlen muss. Dazu später nochmal aber dieses Gehandel nervt mich unglaublich! Nachdem ich also erklärt hatte, dass ich meinen Rucksack allein tragen wollte sagte mir einer der Männer, ich MÜSSE ihn abgeben – Sperrgepäck -. Das habe ich geglaubt, immerhin war mein Rucksack auch beim Fliegen schon häufiger anders behandelt worden als anderes Gepäck. Der Mann trug meinen Rucksack also durch zwei Sicherheitskontrollen und ich versuchte zu folgen. Als der Rucksack verladen war, hatte der Mann sein freundliches Lächeln verloren, strecke mir auffordernd die Hand entgegen und sagte: 10 US Dollar. Erst war ich perplex, dann sagte ich ihm ich hätte keine 10 Dollar, nur noch 7.000 tansanische Schilling. Das war tatsächlich, alles was ich noch im Portemonnaies hatte. Daraufhin schlug er vor ich könnte ja eben zur Bank laufen… Ich war so verwundert, dass ich die 10 US-Dollar aus meiner Notfallreserve nahm, sie ihm in die Hand drücke und ihn stehen ließ. Ich HASSE sowas. Warum muss man die Touristen, die so viel Geld in diesem Land lassen, so übers Ohr hauen?! Ich bin durchaus breit ein bisschen mehr zu zahlen als die Einheimischen, das ist schon okay. Aber das 10-Fache oder noch mehr, das geht einfach garnicht… vielleicht muss ich das auch einfach noch lernen. Wir werden sehen wie es weiter geht. Naja, wie dem auch sei auch auf Sansibar ging es die ganze Zeit so weiter und nachdem ich zwei Tage in Stone Town (das ist die Hafenstadt auf Sansibar) verbracht hatte, war ich froh als ich an einem kleinen Strand ankam.

Ich hatte noch zwei Tage in Paje geplant, das war ein Traum! Auf Grund der Regensaison waren kaum Touristen dort, mit denen die da waren habe ich mich super verstanden und wir hatten wunderbares Wetter, fast schon zu heiß. Zwei Tage lang habe ich nichts gemacht außer essen, schlafen, schwimmen und in einer bilderbuch Kulisse entspannen. Ich habe es geliebt! Umso schwerer fiel es das Boot zurück nach Dar Es Salam zu nehmen, um dann einen (eigentlich zwei) lange Flüge in die nächste Metropole anzutreten: Jakatar, auf Java in Asien. Wie die Reise lief und wie es hier jetzt so ist erzähle ich dann beim nächsten Mal… Ich sende liebe, verschwitze Grüße!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s