Weiter, immer weiter.

In der Zwischenzeit ist viel passiert, leider war ich ein bisschen faul. Gerade sitze ich auf einer kleinen Insel vor Borneo und esse einen Apfel – Seit ich aus Deutschland weg bin, gab es Bananen, Melonen, Mangos, Papaya, Drachenfrüchte und so weiter, und so weiter. Als wir die grünen Äpfel in einer Markthalle in Kota Kinabalu gesehen haben, hätte ich fast Freudentränen geweint – aber nur fast. Auf Bali hatte ich dann noch ein gute Zeit mit viel gutem Essen. Ich habe mir den Affenwald angeschaut, die Reisterrassen, einen Tempel besichtigt und mir eine Massage gegönnt bevor es ins Surfcamp ging.

Wie bereits erwähnt, hatte ich das Surfcamp wegen meines zimperlichen Magens verschieben müssen. Der gesamte Kontakt mit dem Manager des Camps, hatte durch Nachrichten auf Englisch statt gefunden – als mich ‘Dave’, der wahrscheinlich eher David heißt, dann begrüßte staunte ich nicht schlecht. Er war vor drei Jahren aus dem Ruhrgebiet nach Bali gekommen und sprach dementsprechend perfektes Deutsch. Im Camp traf ich dann noch ein paar Deutsche, eine Engländerin, zwei (suuuuper nette!) Franzosen und die einheimischen Surflehrer.

Die vier Tage im Camp vergingen wie im Flug; jeden morgen zwischen 6 und 7Uhr ging es raus zum surfen. Meist waren wir zwischen 10 und 11Uhr zurück, dann gab es Frühstück und danach fuhren wir in die Stadt, entspannten am Pool oder schauten Game of Thrones auf der Terrasse. Um 15:30Uhr wartete die Yoga Lehrerin auf uns und nach 90 Minuten atmen und schwitzen ging es zur Surftheorie oder nochmal an den Pool. Yoga hat mir, zu meiner eignen Überraschung, großen Spaß gemacht. Nach den Stunden habe ich mich immer besser als vorher gefühlt. Die Übungen zum Dehnen, zum Trainieren der Muskulatur und zur richtigen Atmung waren genau die richtige Mischung. Am Abend ging es dann mit der ganzen Gruppe in ein Restaurant und im Anschluss in eine Bar oder einen Club. Bali hat allerdings einen großen Harken – Es gibt eine Art Taxi-Mafia die dafür sorgen will dass die Taxi-Apps nicht genutzt werden. Normaler Weise ist es also so, dass die Fahrer dich nur aus ‘sicheren’ Gegenden abholen. Umso verwunderter waren wir, als nach einem Barbesuch der Fahrer direkt zum Restaurant kam. Wir haben uns erstmal nichts dabei gedacht, er sollte ja wissen was er tut. Als wir alle Platz genommen hatten und der Waagen sich in Bewegung setzte, um die Seitenstraße zu verlassen, bewegte sich der Mann der auf der Straße stand keinen Zentimeter. Er begann wild zu gestikulieren, als unser Fahrer nicht reagierte begann er gegen das Fenster zu Hämmern und zu schreiben, auch hinten am Waagen schien jemand zu treten. Unser Fahrer trat das Gaspedal durch, fuhr einen Umweg um sicher zu gehen dass niemand uns folgte und entschuldigte sich bei uns… Ich hoffe wirklich, dass ihm nichts weiter passiert ist aber diese Leute haben sich mit Sicherheit das Kennzeichen notiert und sie machten nicht den Eindruck als würden sie scherzen. Nach diesem Abend waren wir jedenfalls vorsichtiger mit unsern Abholungen. Da ich für die Zeit nach dem Camp noch keinen Plan gemacht hatte schloss ich mich Isi und Mark an. Die beiden Bremer waren ebenfalls auf einer längeren Reise und ihr nächster Stopp sollte Nusa Lembongan sein, eine kleine Nebeninsel von Bali. Mark wollte dort einen Tauchschein machen, so passte es also ganz gut das ich mitkam. Isi und ich nahmen noch eine Surfstunde auf der Insel, machten einen Schnorchelausflug bei dem wir sogar einen Mantarochen zu sehen bekamen und fanden ein Yoga-Studie für eine weitere Stunde.

Außerdem sorgte die Abwesenheit von Taxen auf dieser Insel dafür, dass ich mir das erste Mal einen Roller mieten und auf der linken Seite fahren musste – hat trotz nicht funktionierendem Tacho gut funktioniert. Als ich Nusa Lembongan verlassen musste, war ich wirklich traurig. Gern wäre ich noch länger in diesem kleinen Paradies mit den wunderbaren Menschen aus Bremen geblieben aber ich freute mich auch drauf nach Borneo zu fliegen und Quinten zu treffen. Die Flüge und die Einreise waren Problemlos und das Klima auf Borneo nicht zu anders als auf Bali. In Kota Kinabalu organisierten wir einen dreitägigen Trip in den Dschungel um Orang-Utans zu sehen, ich aß das erste mal frische Garnelen und wir kümmerten uns um neue Simkarten. Der Dschungel Trip lag weit über meinem Budget aber anders wäre es sehr kompliziert geworden die Primaten zu Gesicht zu bekommen. Wir besuchten eine Rehabilitations Einrichtung für Orang-Utan und für den Sonnenbären, gingen auf mehrere Bootstouren und besuchten eine Höhle in der Vogelnester geerntet wurden.

Im Dschungel gab es haufenweise Vögel und Affen zu sehen, außerdem ein paar kleine Krokodile und Warane. Die Höhle mit den Vogelnestern hätte ich mir allerdings gern gespart… das Ganze Ding war voll geschissen (ohne Witz, ich habe noch nie soviel VogelKacke = Guano auf einem Haufen gesehen). Dazu kam noch dass die Höhle dunkel und feucht war und Kakerlaken und Tausendfüßler dort ihr perfektes Zuhause gefunden hatten – ich HASSE Krabbeltiere… wirklich. Bei 30 Grad im tropischen Regenwald bin ich in meiner Regenjacke rumgelaufen, weil mich sonst niemand in diese Höhle bekommen hätte. Allein bei dem Gedanken daran krabbelt es mir schon überall… Bää.

Dann ging es den gleichen Weg zurück nach Kota Kinabalu, 7 Stunden mit dem Bus. Wir blieben zwei Nächte dort, bevor wir eine Fähre nach Labuan nahmen. Und hier sitze ich nun. Die Insel ist klein und es gibt nicht viel zu tun, ein paar Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Ein ruhiger, entspannter Ort und wir haben ein Mini-Ferienhaus am Strand gefunden.
Mein Plan war nun eigentlich so schnell wie möglich auf die Philippinen weiter zu fliegen, und auf der Insel Negors einen Tauchschein zu machen – die Tauchschule ist eine Empfehlung von zwei anderen Deutschen aus dem Surfcamp. Allerdings ist meine Kreditkarte seit Freitag gesperrt … Ich habe eine Nachricht auf mein Handy bekommen, in der ich über die ‘Sperrung aus Sicherheitsgründen’ informiert und um einen Anruf gebeten wurde. Telefonieren nach Deutschland ist schwierig, also schrieb ich eine Mail an die Dame, die mir auch bei meiner letzten Missäre geholfen hat. Wie sich heraus stellt hat jemand versucht eine Überweisung mit meinen Kreditkartendaten zu tätigen (jemand der nicht ich ist und das nicht tun sollte), die Karte muss nun gesperrt bleiben was bedeutet dass ich (wieder) eine neue brauche… Zum Glück hatte Quinten keinen Plan für nach Borneo und schon vor meinem Kreditkarten-Unglück stand im Raum gemeinsam weiter nach Cebu zu fliegen. Und wie es der Zufall so will, plant auch er einen Tauchschein zu machen. Wenn nun also alles gut läuft, machen wir uns in der kommenden Woche gemeinsam auf den weg nach Negros und wenn es noch besser läuft, kann ich die Karte zu der Tauchschule schicken lassen…
Drück mir die Daumen, ich sende Sonne & sandige Füße! Bis bald.

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2 Kommentare zu „Weiter, immer weiter.

  1. Hi Fabi! Immer wieder nett, von Dir zu lesen! Ich verschlinge Deine Reiseberichte jedes Mal.

    Lass es mich wissen, falls das mit der Kreditkarte wieder ein größeres Problem wird, vielleicht kann ich dann helfen.

    Grüße, natürlich auch an Quinten
    Marlis & Frank

    Liken

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