Es ist wie es ist.

Als ich mich auf den Weg gemacht habe, war das mit gemischten Gefühlen. Es ist mir schwer gefallen meinen Job zu kündigen und meine Wohnung aufzugeben – und nicht nur weil niemand wusste was genau auf mich zukommen würde, sondern auch weil ich mein Leben in Hamburg geliebt habe. Natürlich gab es Gründe dafür los zu reisen, man startet wohl nicht mit einem groben Plan auf eine Monate lange Reise, wenn man mit allem 100%ig zufrieden ist… In Hamburg war ich zufrieden aber ich wusste auch, dass das nicht alles sein kann. Ich hatte immer so ein Gefühl weiter zu müssen, etwas anderes machen zu müssen, um etwas an mir und meiner Einstellung zu ändern. Irgendwie so eine grundsätzliche Unruhe, ich war nicht angekommen. Nicht da wo ich sein wollte und nicht die Person die ich sein wollte.
In meinem Leben hatte ich immer einen Plan – ich habe die Realschule und das Abitur gemacht. Bin für eine Ausbildung aus meinem Dorf weggezogen und habe sie durchgezogen. Dass war nicht immer schön und das war nicht immer leicht. Und an Tagen, die ich mal wieder nur mit Stuhlfüße schrubben und Gläser polieren verbracht habe, habe ich mich auch manchmal gefragt ob es die richtige Entscheidung war. Die Ausbildung hinzuschmeißen wäre mir aber niemals in den Sinn gekommen. Garnicht so sehr wegen mir aber einfach, weil ich niemanden enttäuschen wollte. Und niemals, niemals möchte ich hören: Tja, du hast es halt nicht geschafft.
Der Job den ich danach in der Brauerei begonnen habe, war am Anfang auch nicht Traumjob, der er am Ende war – die Stelle war neu, es gab nicht wirklich einen Aufgabenbereich und es war schwierig mit den Jungs warm zu werden. Aber das ist es halt im Leben: Gut Ding will Weile haben. Am Ende bin ich glücklich meine Ausbildung in diesem Hotel beendet zu haben und im Anschluss diesen Job angefangen zu haben. Es hat sich also als richtig herausgestellt mich dazu zu zwingen Dinge durchzuziehen.
Dieses Mal ist es anders. Der Plan war 10 Monate zu reisen, inzwischen bin ich mir sicher dass ich das nicht möchte. Da geht es nicht um aufgeben, da geht es nicht darum dass ich es nicht schaffen kann. Es macht keinen Sinn mich dazu zu zwingen, da ist ein Gefühl dass die Zeit zu lang ist. Und mich zum weiter reisen zu zwingen, nur um am Ende zu sagen; es waren 10 Monate wäre Quatsch.
Ich liebe das Reisen und bin mir sicher, dass ich noch viele Reisen in meinem Leben machen werde. Ich weiß nun, wie es geht und das ich es allein kann. Es gibt noch so viele Orte die ich erleben will und die Liste wird jeden Tag länger.
Aber inzwischen rückt die Reise jeden Tag mehr in den Hintergrund. Ich überlege wann ich nach Hause kann und will, was ich zurück in Deutschland machen will und wo ich leben will und welche Freunde und Familie ich als erstes (und häufiger!) besuchen will. So sollte es nicht sein.

Ich denke nicht dass ich schon nächsten Monat nach Hause komme, ein paar Ziele sind noch zu wichtig und ich freue mich zu sehr darauf als dass ich sie ausfallen lassen könnte – ich bin mir aber auch sicher, dass ich nicht erst im November zurück komme.
Die Person die ich sein will, bin ich noch lange nicht und wer genau diese Person ist – keine Ahnung. Aber ich habe so viel erlebt und gelernt und ich bin mir sicher, dass ich ein ganzes Stück näher an dieser Person dran bin als noch im Januar. Wie schon gesagt: Gut Ding will Weile haben und um an mir und meiner Einstellung zu arbeiten brauche ich im Grunde nur eins: mich selbst. Und egal wohin ich gehe oder auch nicht, alle Macken, Ecken, Kanten und Problemen habe immer dabei.

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